31 Kommentare
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Avatar von Reflect and Grow🌱|Mel

Der Gedanke mit den Schubladen ist bei mir irgendwie hängen geblieben...

Vielleicht fällt es uns oft schwer, Menschen so zu sehen, wie sie sind, weil wir sie lieber einordnen als kennenlernen.🤔

Und manchmal machen wir das sogar mit uns selbst.🤷‍♀️

Avatar von Emma Bloom

Da hast du vollkommen recht! Wir selbst stecken uns auch so gerne in eine Schublade und denken "ja, so bin ich halt", dabei ist das oft etwas, was wir falsch wahrnehmen oder es eben von der Außenwelt so gespiegelt wird.

Bei mir war es lange Zeit die Schublade, dass ich nicht kreativ bin. Das war für mich sooo klar und eindeutig, dass es eine andere Betrachtungsweise gar nicht hätte geben können.

Ohje lag ich falsch....

Avatar von Reflect and Grow🌱|Mel

Ich glaube, das Schwierige ist, dass wir viele Schubladen gar nicht als Schubladen erkennen.🤷‍♀️

Wir sind Kollegin, Freundin, Mutter, Partnerin und noch vieles mehr und dabei immer dieselbe Person.

Vielleicht verbringen wir manchmal mehr Zeit damit, bestimmten Rollen gerecht zu werden, als uns selbst kennenzulernen. 👀🌱

Avatar von Emma Bloom

Das auch. Wir bedienen Bilder und Rollen. Und manchmal weiß man gar nicht, wer man ohne diese Rolle ist...

Avatar von Reflect and Grow🌱|Mel

Ich glaube, das Schwierige ist, dass wir viele Schubladen gar nicht als Schubladen erkennen.🤷‍♀️

Wir sind Kollegin, Freundin, Mutter, Partnerin und noch vieles mehr und dabei immer dieselbe Person.

Vielleicht verbringen wir manchmal mehr Zeit damit, bestimmten Rollen gerecht zu werden, als uns selbst kennenzulernen. 👀🌱

Avatar von Reflect and Grow🌱|Mel

Der Gedanke mit den Schubladen ist bei mir irgendwie hängen geblieben...

Vielleicht fällt es uns oft schwer, Menschen so zu sehen, wie sie sind, weil wir sie lieber einordnen als kennenlernen.🤔

Und manchmal machen wir das sogar mit uns selbst.🤷‍♀️

Avatar von Simon M. Jahr

Zu der Kanzleigeschichte: Ich bin der Meinung, dass da auch Generationen aufeinander gestoßen sind. Sie, eine Frau, die versucht hat sich in einer Branche, die zu ihren Anfängen noch viel mehr von Männern geprägt war, durchzusetzen. Die sich mit akkurater Härte/Kälte durchgeboxt hat. Und dann du, die es mit Freundlichkeit trotzdem schafft Anerkennung zu bekommen. Die Intelligenz ist da vielleicht gar nicht mal das Problem, weil die wahrscheinlich jeder in der Kanzlei haben muss, um überhaupt eingestellt zu werden. So sieht sie dich als jemand, die sie gerne selbst gewesen wäre, jetzt aber nicht mehr werden kann, ohne unglaubhaft zu wirken. Denn eine Anpassung ihres Verhaltens mehr in deine Richtung, würde wie ein schlechter Abklatsch deinerseits wirken.

Avatar von Emma Bloom

Absolut. Sie ist ebenfalls eine intelligente Frau. Keine Frage. Ich denke die Kombination hat sie irritiert. Denn sie als Frau kam “gut” an, weil sie sich selbst extrem sexualisiert hat. Und ich kam ohne eine solche Sexualisierung gut an. Vielleicht hat sie das nicht richtig verstanden.

Avatar von Simon M. Jahr

Das hattest du gar nicht erwähnt. Also ihr Verhalten. Das du dich nicht selbst sexualisiert hast, habe ich irgendwie vorrausgesetzt, ohne dich zu kennen. Da sind wir wieder bei den Schubladen 😉

Avatar von Emma Bloom

Hahah bisher ist mir deine Schublade für mich ganz sympathisch :D

Naja, im Grunde hat ihr Verhalten wenig damit zu tun, wie sie mich bewertet hat. Zumindest sollte es nicht damit im Zusammenhang stehen. Aber vielleicht war das auch mit ein Grund, warum ihr Weltbild erschüttert wurde. Wie kann eine Frau gut ankommen, ohne Ausschnitt bis zum Bauchnabel und ohne sich den Männern auf der Weihnachtsfeier an den Hals zu werfen und ohne Kommentare über ein Glurak-Kostüm an Karneval "Oh, dein Schwanz brennt ja, damit kann ich dir helfen" mit einem Augenzwinkern. Vielleicht hat sie das nicht ganz verstanden, wie ich ohne all das so gut ankommen konnte. Ich kann nur Mutmaßen und das beurteilen, was mir mein Chef dazu sagte, denn er kennt sie nun wirklich gut.🤷🏼‍♀️

Avatar von Simon M. Jahr

Irgendjemand in meiner Familie prägte den Satz "Vergangenes ist vergangen". Die Vergangenheit ist gut, um aus ihr zu lernen, aber leben muss man im hier und jetzt, mit dem Blick nach vorne.

Der Sänger Maxim sang mal "Und das Glück steht vor dir an der Straße/ Und hält den Daumen raus/ Aber alles geht so schnell/ Dass es dir immer erst auffällt/ Wenn du in den Rückspiegel schaust".

Avatar von Dierk Knechtel

Treffende, kluge Analyse. Sehr wenig ist besser geeignet, sich Feinde zu machen, als erfolgreich zu sein, gerade in Hierarchien. Das ist ein menschlicher Makel. Deswegen regiert das Mittelmaß. Andererseits, wenn wir nicht gerade Einsiedler sind, brauchen wir Menschen, um zu überleben. Sie für uns zu gewinnen, mit all ihren Fehlern, ist eine gute Schule für jeden.

Avatar von Simon M. Jahr

Ich meine zu behaupten, dass ich bereits eine Schublade für dich hatte, bevor ich wusste, dass es dich gibt, weil ich auch andere Menschen kenne, die zu deiner Beschreibung passen: hübsch, erfolgreich, freundlich. Wenn du magst, hüpf doch rein 😉

Ich glaube, es braucht einfach manchmal neue Schubladen oder Trennwände in schon bestehenden Schubladen. Wenn alle Schubladen betitelt sind, braucht es vielleicht auch eine neue Kommode. Da sollte jeder versuchen flexibel zu sein.

Avatar von Emma Bloom

da kann ich mich anschließen :)

Avatar von Verena Möslinger

Vielen Dank für einen weiteren wundervollen Einblick aus deinem Nähkästchen und deine Gedankenwelt 💐

Ich hatte früher auch hauptsächlich Männerfreunde und während dem Studium lange keine Beziehung. Irgendwann war ich mit einem von ihnen auf einen Cafe und hab ihm "mein Leid geklagt", dass ich nicht nachvollziehen kann, warum mich keine Männer ansprechen. Er sagte "you are hot when you want to, but over all you are extremely intelligent. You intimidate them. I'm just not scared because I'm so much older than you" - ich musste so Lachen, aber ich glaube er hatte nicht ganz unrecht.

"Man könnte sein eigenes Weltbild erweitern. Man könnte akzeptieren, dass die Realität komplexer ist als die bisherigen Annahmen. Das kostet jedoch Energie. Deutlich einfacher ist es, die störende Information abzuwerten."

Das hast du sehr treffend formuliert und ich glaube zum Großteil stimmt das auch. Andererseits kostet es mit der Zeit viel mehr Energie so ein Weltbild aufrecht zu erhalten, als etwas anderes zuzulassen. 🪷

Wie du schreibst Michelle, war selbst auc

Avatar von Emma Bloom

Danke dir, für dein Feedback! 🥰🌸

Jaaa, da hatte er vermutlich ganz schön recht. Es wirkt absurd, da man ja selbst weiß, dass man ein toller und lieber Mensch ist. Dass sich andere eingeschüchtert fühlen, ist da irgendwie nicht richtig nachvollziehbar.

Das sehe ich genauso. Es ist viel aufwendiger, sein Weltbild stets zu verteidigen, als es zu erweitern. Den Benefit sieht man jedoch erst mit der Zeit. Und Menschen denken meist kurzfristig. Leider...

Da scheint aber noch etwas von deinem Kommentar zu fehlen 🤔

Avatar von Verena Möslinger

Hmm.. ja genau, ich glaube dass es durchaus auch mit dem Alter zu tun hat teilweise. In deiner “Geschichte” ist Michelle ja auch erst 18 ☺️

Avatar von Emma Bloom

Das stimmt. Meine Chefin jedoch schon 50 :D

Avatar von Sebastian Sylvester

Die Einordung wird schwierig, sobald der Mensch sein komplexes Wesen offenbart.

Auf der anderen Seite wirken Kontraste interessant.

"Harte Schale, weicher Kern" ist hier der Klassiker.

Auch die herzliche Juristin hat was 👍

So stichst du automatisch heraus.

Oder vielleicht war das das Problem. 🤔

Vielleicht hat die Silberlöwin aus deiner Kanzlei gespührt,

dass du sie wegen deines Kontrastes in den Schatten stellen könntest...

#verschwörungstheorie

Avatar von Emma Bloom

Daher kam ich vermutlich auch überdurchschnittlich gut an. So wurde es mir gespiegelt und auch konkret von meinem Chef gesagt, der ja seine Partner-Kollegin sehr gut kennt.

Es braucht genauso wie bei unsicheren Menschen ein gutes Selbstbewusstsein, um sich nicht von sowas einschränken zu lassen 🙏🏼

Avatar von Sebastian Sylvester

Ich sehe Selbstbewusstsein als sich seiner Selbst bewusst zu sein.

Bedeutet: Die eigenen Stärken kennen

UND Schwächen.

Der Trick ist, sich nur auf die Stärken zu konzentrieren, um Ergebnisse zu mulitplizieren.

Und bei den Schwächen den Sabbel zu halten, um nicht als inkompetent wahrgenommen zu werden.

Avatar von Emma Bloom

Und da scheitert es bei vielen schon. Viele sehen keine Stärken bei sich. Nur die Schwächen. Oder zumindest überwiegend die Schwächen...

Avatar von Sebastian Sylvester

Der Mensch hat einen eingebauten Negativitäts-Bias.

Sich dem bewusst zu sein, gehört auch zum Selbst-bewusstsein 🤷‍♂️

Um sich der eigenen Stärken bewusster zu werden helfen...

a) Stärken-Tests im Internet (nicht die Spaß-Tests, sondern die fundierten)

und b) alte Freunde/Bekannte befragen.

So hielt sich mich bis 5 Jahren nicht für Kreativ.

Bisich mal rumfragte...

Hausaufgaben vom leeren Blatt ablesen?

Eindeutig kreativ.

Das bestätigten damit auch die gängigen Tests im Internet: Es ist m,eine Nummer 1.1 Stärle: Hier gehe ich All-In

Avatar von Emma Bloom

Das stimmt. Daher fehlt vielen dieses Selbstbewusstsein ja so sehr. Vor allem durch den Negativitäts Bias…

hahahaha ja, bis vor zwei Jahren dachte ich auch noch, dass ich völlig unkreativ bin. Juristin halt. Dass das totaler Unsinn war, lernte ich leider erst Ende 20 :D

Avatar von Miriam Lochner

DAS ist also dieses »zuviel sein«! 😱

Ich hab das so oft gehört, direkt, indirekt und mir immer gedacht: »Was wollen die denn? Jetzt halte ich mich eh schon zurück und streng mich extra für sie so an … «(People Pleaser lässt grüßen)

Kann es das gewesen sein? Es kommt schon hin, denn ich bot die längste Zeit keinerlei Angriffsfläche.

Es gab doch mal irgendeine Werbung: »Sind sie zu stark, bist Du zu schwach.« Die nehm ich mir jetzt mal als Mantra! 😆

Avatar von Emma Bloom

Ahahah jaaa, das war die fishermen’s friend Werbung.

Das wollten wir als unser Abschlussmotto nehmen (etwas umgewandelt: wars zu schwer, warst du zu dumm. so oder so ähnlich) Dann erfuhren wir aber, dass es manche aus unserem Jahrgang nicht geschafft haben und dann dachten wir ne, wir wollen ja nicht unsere eigenen Leute beleidigen lol

Aber ja. Ich kenne das sooo gut. Die bloße Existenz hat manche schon dazu verleitet zu sagen, man wäre zu viel. Nur, weil mir dann aus anderer Perspektive (am Beispiel Valentin) gespiegelt wurde, was wirklich dahinter steckte, konnte ich das irgendwann für mich verknüpfen.

Avatar von Miriam Lochner

Und wenn dann noch Stutenbissigkeit dazukommt, herrje 🙈

Das mit dem Abi: 😅

Avatar von b z

Was Sie schreiben, ist sehr interessant und sehr treffend. Es ließe sich mit Abraham Moles' „Wissenschaften der Ungenauigkeit“ und der Fuzzy-Logik vergleichen (die noch nicht ausreichend bekannt ist).

Avatar von Keksding

Das klingt so vertraut und gleichzeitig so frustrierend, danke, dass du das so offen geteilt hast.

Was mich an deinen Geschichten am meisten trifft: Du hast buchstäblich nichts falsch gemacht. Michelle hat sich selbst mit dir verglichen, ein Vergleich, den du nie angeboten hast. Die Partnerin in der Kanzlei hat sich bedroht gefühlt von jemandem, der einfach gut in seinem Job war und nett zu Kollegen. Das ist so absurd, wenn man es ausspricht.

Und trotzdem oder vielleicht gerade deshalb ist dieses Gefühl, "zu viel" zu sein, so tief gegangen. Weil es von außen kommt und sich anfühlt wie eine Aussage über dich, obwohl es eine Aussage über das Gegenüber ist.

Der Teil, der mich wirklich beschäftigt: Dass du das früher mitgespielt hast. Dich kleiner gemacht hast. Ich verstehe warum, wer will schon jemanden verletzen oder ausgegrenzt werden? Sich selbst zensieren, damit jemand anderes ruhiger schlafen kann.

Ich finde die Formulierung am Ende eigentlich ziemlich stark: "Vielleicht besteht Reife darin, auszuhalten, dass Menschen komplexer sind als die Schubladen." Das stimmt. Aber diese Reife verlangst du von anderen und die verlangen von dir, dass du dich vereinfachst. Das ist keine gegenseitige Erwartung.

Wo bist du gerade damit? Fühlt sich das Rausgewachsen-Sein stabil an oder gibt es noch Momente, wo der alte Impuls, dich zurückzunehmen, wieder auftaucht?

Sorry falls ich zu viel schrieb, wenn ich einmal anfange....

Avatar von Emma Bloom

Zu viel gibt's nicht 🤭 vor allem nicht beim Schreiben auf Substack 😇

Diese Verbindung musste ich erst einmal verstehen. Es sagt überhaupt nichts über meine Person aus, wenn mich jemand als zu viel bezeichnet. Das ist vor allem ein Ausdruck über sie. Dass sie damit nicht klar kommen. Was auch immer es im Endeffekt ist.

Ich glaube echt viele Heranwachsende kennen das Gefühl "zu viel" zu sein, denn vor jedes adjektiv wird dieses kack Wort "zu" gesetzt. zu laut, zu leise, zu böse, zu nett, zu hübsch, zu hässlich, zu dick, zu dünn. Ich habe diese Bewertung oder eher Abwertung noch nie verstanden. Immer, wenn ich mit etwas nicht klar kam oder komme, sage ich ganz intuitiv "das ist MIR zu viel". Aber niemals zu der Person, da ich nicht möchte, dass sie sich selbst zu viel fühlt. Ich weiß nämlich wie das ist. Ich habe in bestimmten Kreisen aufgehört in der Runde mitzureden, da ich nicht auffallen wollte. Ich wurde mit bestimmten Menschen still. Und das tat mir voll weh. Und auch ohne etwas zu sagen, habe ich oft genug negative Aufmerksamkeit abbekommen. Die eine ist so hässlich, die andere so hübsch. Und zack gibt's neue Charaktereigenschaften als Bonus direkt dazu.

Heute kann ich sagen, dass ich mir solchen Menschen, die mir das Gefühl geben zu viel zu sein, nichts mehr zu tun habe. Außer mein Bruder. Aber so sind Brüder halt🙄 Er würd mir eine Niere spenden, aber meinen Charakter unkommentiert lassen? Niemals :D

Und sobald ich mich in dem Umfeld einer Person unwohl fühle, weil sie mir dieses Gefühl gibt, ziehe ich mich, sofern es nach Ansprechen nicht besser wird, definitiv da raus! 🙏🏼